10 GRÜNDE WARUM ICH MEINEN JOB LIEBE.

Warum ich mache,was ich mache und das genau hier.

Ganz nah dabei.

Bei meiner Arbeit fühle ich mich manchmal wie eine Geburtshelferin, die an der Seite meiner Kundinnen mitfiebert, bis das neue Lieblingsstück zum Leben erweckt wird. Mit guten Ratschlägen und kleinen Anlaufhilfen kann ich sie motivieren und unterstützen.

Dabei darf ich als stille Beobachterin zuschauen, wie Jeder ein Stück über sich selbst hinauswächst.

Oft erwartet man nicht, dass man selbst in der Lage ist solch schöne Näharbeiten herzustellen. Es macht mich auch jedes Mal ein bisschen stolz, dass ich positiv bei diesen Erfolgen mitwirken darf.

Strahlende Augen und verspielte Kinder

Als ich vor 7 Jahren mit Limomade startete, hätte ich nie gedacht,dass ich nun jede Woche in leuchtende Kinderaugen sehen darf. Und vor allem,dass es so viele begeisterte Nähbienchen gibt,die wie ich  als Kind, ihre Kostüme und Kleider selbst machen wollen. Ich bin immer wieder fasziniert, mit welcher Freude und Furchtlosigkeit die Kinder an die Nähmaschine gehen.

Es wird drauf los genäht und sie lassen sich einfach treiben. Da spielt es keine Rolle,ob die Naht nun perfekt platziert ist oder sie den Stoff auch exakt ausgeschnitten haben. Die Arbeit mit den Kids im Nähkurs macht es mir immer wieder klar,wie unwichtig so viele Dinge sind,über die man sich sonst Gedanken macht.

Denn was kann schöner sein, als ein fröhliches Quicken,wenn ein neuer Sorgenfresser die Welt erblickt hat.

 

Was ziehe ich bloß an

Auch wenn der Kleiderschrank voll ist und man eigentlich ein passendes Kleid im Schrank hätte, juckt es mir oft in den Fingern, nicht doch noch schnell nach einem neuem Stoff zu suchen, um mir ein neues Kleid zu nähen. Und das Tolle daran ist, dass ich das auch tatsächlich machen kann, quasi während meiner Arbeitszeit. Denn alles was ich nähe, kommt auch meinen Kunden zu Gute, mit neuen Ideen,Schnittmustern und Inspirationen. Diese Tatsache beruhigt auch meinen kleinen Teufel, der auf meiner Schulter mit einem schlechten Gewissen droht.

Kreatives Kopfgut

Freie Entscheidungen treffen, ist mein täglich Brot und darüber bin ich sehr froh. Wenn mir gerade jetzt eine Idee unter den Fingern brennt, setzte ich mich an Zettel und Stift oder recherchiere am Computer, nach geeigneten Umsetzungsmöglichkeiten. Alles darf, Nichts muss. So habe ich die Freiheit alles ausprobieren zu können und Niemand kann mir diese Möglichkeit nehmen. Denn ich kann tun und lassen was ich mag. Was für ein tolles Gefühl.

Meditation mit Fingerfertigkeit

Ich habe es wirklich versucht in mich rein zu atmen, an nichts zu denken und dabei meine innere Ruhe und Zufriedenheit zu finden.

Aber nein, das funktioniert so gar nicht bei mir. Entweder ich denke an viele verschiedene Dinge gleichzeitig oder schlafe. Etwas dazwischen ist schwer zu finden. Das habe ich bis jetzt nur beim Kochen und Nähen geschafft. Wenn ich mir Zeit nehme und mich ganz meinen eigenen Nähprojekten widme oder einfach etwas ausprobiere, dann bin ich voll dabei und vergesse die Zeit.

Da sprudeln die Ideen aus mir raus, sodass ich gar nicht aufhören will. Und wenn daraus auch noch etwas schönes neues zum Anziehen oder Verschenken entsteht, fühle ich mich komplett entspannt und glücklich, wie es wahrscheinlich nach einer wirklichen Meditation sein würde ;-) .

Sonnenkaffee und Laptop

Auch wenn mein eigentliches Arbeitsumfeld die Nähmaschine ist, schlüpfe ich oft in andere Rollen wie Customergirl, Marketinglady, Buchhaltungsdame,Finanzbraut und Sorgentante. Deswegen wird mein Laptop auch immer mehr zu meinem besten Freund.

Er und eine Tasse Kaffee sind die besten Voraussetzungen,um voranzukommen. Da mein Atelier glücklicherweise in Richtung Süden guckt,habe ich die Sonne gebucht,wenn sie sich blicken lässt.

So gut wie alles lässt sich bei mir im Handumdrehen verschieben,um eine perfekte Arbeitsposition für mich und meine Helferchen zu organisieren. Und wenn ich etwas mehr Frischluft brauche, setzte ich mich einfach auf mein grünes Bänkchen vor der Tür.

Wann immer ich will

Ich muss keine langen Urlaubsanträge ausfüllen oder mich mit meinen Kollegen abstimmen.Wenn ich fleißig war und ich als “Finanzbraut” das abgesegnet habe, kann ich sofort meinen Koffer packen und den Rest der Woche in der Sonne verbringen.

Zumindest in der Theorie.

Spontane Urlaube passieren selten,da ich viele liebe Kunden habe,die gern bei mir Nähen möchten. Aber wenn nichts weiter ansteht,schiebe ich die restliche Arbeit einfach auf morgen oder übermorgen und überübermorgen und widme mich meinen Hobbys oder treffe Freunde und Familie.

Money,Money,Money…

Es ist Fluch und Segen zu gleich. Alles was ich verdiene, bleibt in meinen Händen,wenn man das Finanzamt,meinen Vermieter,die Versicherungsgesellschaft und die GEZ abzieht.  Ich bin stolz auf jeden Euro den ich mit meinen Händen und meinem Wissen verdiene. Wenn ich als “Buchhaltungsdame” alles im Blick habe und meine Ideen und Ziele funktionieren,kann ich auch mehr als nur das Nötigste verdienen. Denn ich habe es in der Hand, mit dem nötigen Gespür und Fantasie  meinen kleinen Laden voranzutreiben.

Das ist es

Als ich im Sommer 2009 zum ersten Mal diesen kleinen Laden betrat,wusste ich, dass er genau das ist,was ich gesucht habe. Die Atmosphäre der süßen Doppelfenstern,der Dielenboden,die hohen Wände und der Sonne die hinein schien machten es mir leicht. Mit einer großen Portion Glück und voller Motivation bin ich in die Welt der Selbstständigen geschlittert. Nun bin ich schon fast 8 Jahre hier.

Wenn ich zur Arbeit laufe,fühlt es sich an,als würde ich von der lauten Berliner Hauptstraße in einen kleinen Vorort spazieren.

Die 4 spurigen Straßen machen Platz für enge Kopfsteinpflatzer Straßen und man schlendert an kleinen,liebevoll eingerichteten Läden vorbei. Alles wirkt langsamer und ruhiger. Spazierende Eltern und Hundebesitzer laufen die Bänschallee hinunter und genießen die Auszeit vom Großstadttrubel.

Kulinarische Umgebung

Wenn es eine Sache gibt, die hier nicht passieren kann, dann ist es verhungern. Denn in einem Umkreis von 500m befinden sich gefühlte 15 Bäcker, 12 Cafes und 10 Bistros mit Mittagstisch. Und vor allem sind es nicht irgendwelche, sondern wahnsinnig leckere Kuchen, Törtchen,Kartoffeln, Nudeln, Suppen, Salate und Vieles mehr.  

Wenn ich mal keine Lust habe selbst zu kochen oder etwas aus den zahlreichen Supermärkten zu verzehren, gönne ich mir ein bisschen Soulfood um die Ecke.  Und schon bin ich wieder fit für den Rest des Tages. Bei einem kleinen Verdauungsspaziergang durch den Kiez kann man wunderbar neue Pläne schmieden.

 

Ich würde wahrscheinlich noch 100 weitere Gründe finden, warum ich das mache, was ich mache und das genau hier. Denn ich kann mit Stolz sagen, dass ich meine Berufung gefunden habe und nichts Anderes machen möchte.

 

Wie geht es euch? Seid ihr glücklich in eurem Job und warum?

 

liebe Grüße Monique

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Kommentare: 2
  • #1

    Edith Bartel (Mittwoch, 08 März 2017 09:01)

    Liebe Monique,
    ich kann soooo gut verstehen, was du meinst und ich beneide dich dafür.
    Ich kann mir nicht vorstellen, was es Schöneres geben kann, als kreativ zu sein, dabei Spaß zu haben, andere glücklich zu machen und sogar Geld damit zu verdienen ;-)
    Leider habe ich früher einen anderen Weg eingeschlagen und jetzt ist es zu spät, um neu anzufangen. Aber Hannah ist so begeistert vom Nähen seit dem Kindergeburtstag bei dir und vielleicht hat sie das Glück, irgendwann man mal ihr Hobby zum Beruf zu machen. Und wenn nicht, dann kann sie sich wenigstens ihre Lieblingssachen selber machen.
    Alles Liebe und bis ganz bald zum Nähkurs
    Edith
    P.S. Genieß den Frauentag !!!

  • #2

    Monique von Limomade (Mittwoch, 08 März 2017 13:25)

    Hallo Edith,

    ich freue mich sehr, dass Hannah total im Nähfieber ist. Ich sehe bei meinen Nachmittagskursen auch immer wie begeistert die Mädls von ihren eigen Werken sind.
    Sie dürfen zu recht richtig stolz sein, denn sie machen das alle toll! Und vor allem gehen sie intuitiv und entspannt an das Nähen ran. Da können wir uns viel Abgucken ;-).

    Dass ich diesen Beruf machen darf, habe ich meinen Eltern zu verdanken. Sie haben mich immer unterstützt, auch wenn meine Ideen noch so abwegig waren.Selbst heute, nach so vielen Jahren, sind sie sofort dann wenn Not am Mann ist. :-*

    Das ist auf jeden Fall das Beste was Eltern machen können.
    Und wenn du in deinem Job nicht ganz so kreativ sein kannst, dann mach trotzdem das Beste daraus und finde vielleicht in der Freizeit etwas schönes, wo du dich dich austoben kannst. ;-)

    Liebe Grüße